Wie weit kann ein Mensch wohl gehen?

Heute schon gemobbt oder gestalkt? Facebook und Co. helfen gerne…

Man kennt das ja, da liest man etwas über irgendwelche schlemigen Grottenolme, ärgert sich und fragt sich „Wie kann eine solche Kreatur nur ungestraft auf diesem Erdenrund wandeln?“. Besonders gerne ließt man solche Dinge auf Netzwerken. Person X – nennen wir sie spaßeshalber B. Finster – kennt da jemanden, der absolut schlecht und böse ist. Offen aussprechen kann sie es nicht, weil es keine handfesten Beweise gibt, aber man kann hier und da ins Gespräch kommen, und irgendwer wird irgendwann anfangen zu fragen.

Vielleicht hat man auch von einem Bekannten gehört, der seinerseits einen Bekannten hat der wiederum von jemandem hörte dass – stille Post eben. Man wirft ‚nen Cent rein, und am Ende hat man einen Haufen Scheiße der einem auf den Kopf fällt. Aber wie perfide es laufen kann, das glaubt man eigentlich nur aus schlechten Romanen zu kennen!

Es braucht nicht viel. Die oben erwähnten Gutmenschen die denken sie tun etwas Gutes wenn sie ohne zu hinterfragen die Dinge glauben die ihnen aufgetischt werden, ein paar Neider die einen eh nicht leiden können – keine Ahnung, spielt ja im Grunde auch keine Rolle. Es finden sich jedenfalls ein paar Verstörte ein die alle an einem Strang ziehen. Die ein gemeinsames Ziel verbindet. Ob nun berechtigt oder nicht, Nebensache. Die selbst glauben dass sie es richtig machen.

Einer kann hier etwas machen, der andere dort und wieder einer kennt sich mit Netzwerken und Protokollen aus … es gibt so viele Möglichkeiten wie man einen fiesen Menschen wie mich beobachten, und dass beobachtete gegen einen richten kann. Ist keine Kunst, etwas Blödheit auf allen Seiten – auch auf meiner – reicht da bereits.

Bei Facebook gibt es die Möglichkeit sich die Protokolle der Logins abzurufen. Ist unter den Einstellungen verborgen und nennt sich „Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter“.

Das Interessante ist in dieser Sammlung an Daten findet sich auch der Ort des Logins, das verwendete Gerät – interessant wo ich schon überall war, und was für Geräte ich habe – von welchen sich ableiten lässt wer da Zugriff auf das Konto hatte. Mit der IP Nummer kann man sogar den Provider erkennen.

Ich lernte meine Frau über Facebook kennen, und es ist interessant wie schnell danach die Zugriffe auf ihren Account zugenommen hatten. Unsere Privatnachrichten wurden gelesen, und dass was wir – verliebt wie wir waren – dort geschrieben hatten, wurde gezielt gegen uns verwendet. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber unser Liebesgeschreibsel bekam ich irgendwann durch einen Facebookfreund knallhart serviert.

Sie, also meine Frau, hätte diesem Facebookfreund erzählt worüber wir uns so unterhalten hätten. Mir wurde gesagt dass sie mich regelrecht angepriesen hätte, und es wurden weitere Details genutzt um mich gegen sie aufzustacheln. Ich kam zu diesem Zeitpunkt nicht auf die Idee dass da gewisse Leute einfach unsere Nachrichten mitlesen würden.

Darauf kam ich erst nachdem ihr immer wieder telefonisch gesagt wurde wo ich sei, und dass ich mich dort mit anderen Frauen treffen würde. War natürlich Quatsch, aber ich wunderte mich schon wieso die dauernd wussten wo ich mich räumlich befinde.

Bis ich auf die Idee kam mit meiner Frau zu vereinbaren dass ich ihr über Messenger schreiben würde ich sei in Dresden. Denn das war die einzige Möglichkeit wie diese Leute an meine Standortdaten gelangt sein könnten. Ich suchte über Google ein Foto von Dresden, schickte es ihr über Messenger und schrieb ein paar Zeilen dazu wie schön es dort sei, und siehe da: Kurze Zeit später meldete sich Frau Finster dass sie sich mit mir in Dresden treffen würde!

Ätsch bätsch! Reingefallen!

Aber von da an wussten wir wenigstens wie es sei konnte dass Madame Finster stets wusste wo ich mich aufhielt. Rätsel gelöst: Nachrichten die privat über den Facebook Messenger geschrieben werden, SIND gar nicht so privat!

Und da liegt auch eine weitere Crux. Wer lesen kann, der kann auch schreiben. Und genau das geschah ebenfalls. Unterhaltungen die bereits stattgefunden hatten wurden fortgesetzt, allerdings nicht durch die Gesprächspartner, sondern eben durch Frau Finster. Da tauchten Nachrichten mit beleidigendem Inhalten auf, angeblich von Leuten denen man es nie zugetraut hätte so etwas zu äußern, und wie Sie sich sicherlich vorstellen können fällt es in einer solchen Situation verdammt schwer überhaupt noch jemandem zu vertrauen.

Und so kam es dann auch dass ich irgendwann, nachdem der Druck und der Ärger über diese Nachrichten zu groß wurde, ich alle Leute aus meiner Liste geworfen hatte die drin waren. Ich wusste nicht wer dort mit wem verbandelt war, und wer da mit drin hing, oder wer ebenfalls – unwissentlich – Opfer war. Aber meine neue Liebe dafür aufs Spiel zu setzen? Das kam gar nicht in Frage. Nach all den Jahren ist da endlich ein Mensch der mir vertraut, und der mit offenen Karten spielt und mir überhaupt sagt was los ist.

Tja, mein persönliches Fazit? Facebook mag ganz nett sein, aber es bietet leider auch extreme Gefahren die man auf den ersten Blick gar nicht erst vermuten würde. Es kann, durch seine Sicherheitslücken, nicht alleine nur Beziehungen zerstören – was an sich schon schlimm genug ist – nein, es kann sich auch beruflich negativ auswirken.

Denn wenn sich da eine handvoll Leute gefunden hat, die hinter dem Rücken eines vermeintlichen Opfers gegen dieses agieren, reichen bereits ein paar Informationen aus um diesen Menschen ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen.

Und deswegen ja auch diese Seite – bevor irgendwer auf die Idee kommt mich auf rechte oder linke Todeslisten zu setzen, kläre ich lieber auf wer ich bin, und was da läuft. Und wenn sich trotzdem jemand berufen fühlt irgendwem auf den Schlips zu treten, dann bitte an Fräulein Finster wenden…

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