Wie weit kann ein Mensch wohl gehen?

Ich mag Kinder – sehr sogar. Nein, nicht was Sie jetzt vielleicht denken, falls Fräulein Finster Ihnen von mir erzählt haben sollte. Ich mag Kinder weil sie einfach unverdorben sind und es Freude bereitet wenn sie spielen und herumturnen. Manchmal beneide ich Kinder auch. Wegen ihrer Gabe die Welt zu bestaunen. Das ist auch schon alles. Ansonsten verunsichern Kinder mich eher, denn ich weiß nicht wie man mit ihnen umgeht. Mir fehlt die Erfahrung mit den kleinen Menschen.

Wenn Sie Lust auf etwas Horror haben, dann fragen Sie doch einfach mal Fräulein Finster ob sie Kinder mag! Ja, das ist einmal eine gute Idee! Denn ich glaube wenn sie ehrlich wäre, würde sie Ihnen den Schweiß auf die Stirn treiben…

Ich kann mich gut daran erinnern dass wir während unserer gemeinsamen Zeit auch einmal das Thema Kinder anschnitten. Sie wollte keine. Sie wäre keine Mutter. Als ich fragte warum dies so sei erhielt ich zur Antwort dass sie die kleinen schreienden Bastarde nicht mögen würde, und es wahrscheinlich wäre dass sie so einem kleinem Schreihals früher oder später ein Kissen auf das Gesicht drücken würde.

Man mag glauben das sei so dahingesagt, aber wenn ich mit ihr unterwegs war bemerkte ich manchmal ihren Blick, wenn ein kleines Kind in der Nähe war und durch seine Agilität oder Lautstärke auf sich aufmerksam machte. In solchen Momenten begriff ich, es war keineswegs einfach nur auf Grund von Genervtheit gesagt – es war so gemeint!

Oder eine andere Situation …

Sommer. Die Kinder spielten auf der Straße, Fräulein Finster wollte lüften und klar, das Getobe der Kinder nervte. Aber was soll‘s? Naja, Frau Finster schob einen Blumentopf Richtung geöffnetes Fenster, schaute mich sardonisch lächelnd an und fragte, nach einem schnellen Blick nach unten, ob sie nicht für Ruhe sorgen solle. Unter dem Fenster saß gerade ein ca. 8 jähriges Mädchen und schaute den anderen Kindern zu. Niemand hätte was sagen können, es hätte ja ein Unfall sein können…

Ähnliche Wünsche äußerte sie auch wenn Kinder irgendwo mit ihren Rädern herumfuhren, dumm in der Gegend rumstanden oder das Thema einfach nur angeschnitten wurde. Im Nachhinein bin ich froh dass ich mit ihr keine Kinder habe, denn es wären arme Kreaturen welche Mutterliebe wohl nur durch Erzählungen und Märchen kennen würden. Falls sie nicht früher oder später in einer Babyklappe, oder in ein Handtuch gewickelt im Müll gelandet wären.

Sie glauben ich übertreibe? Ich kann Ihnen versichern, ich wünschte dem wäre so. Es gibt Menschen vor denen man nur durch die Existenz von Gesetzen und Strafermittlern sicher ist. Fräulein Finster gehört zu diesen dunklen Charakteren.

Es gab einige dieser Situationen in welchen ich mich fragte mit wem ich da eigentlich zusammen bin. Lange Rede kurzer Sinn: Sollte Fräulein Finster Ihnen etwas über mich erzählen wollen, bringen Sie doch einfach mal die kurze Anekdote zum Besten und beobachten Sie wie Sie wohl reagieren wird.

Aber machen Sie eines nicht, geben Sie ihr keine Kinder zur verwahrung!

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